Durch die Stadt gehen (Video)



Mit diesem Film möchte ich aufzeigen, wie schwierig es ist, als blinder Mensch alleine durch die Stadt zu gehen und seine Einkäufe zu erledigen.

Im Jahre 2004 habe ich als Vorsitzender des Fußgängerschutzvereins Fuss e. v. die Stadt Oldenburg angeschrieben, ob bei der Umgestaltung der Fußgängerzone die Belange von mobilitätsbehinderten Menschen berücksichtig werden könnten. Der Arbeitskreis für Behindertenfragen, sowie der Blindenverein haben sich in die Angelegenheit mit eingeschaltet. Es gab viele Gespräche und auch einen Ortstermin in der Haarenstraße in Oldenburg. Daran nahmen die Behindertenvertretungen, Mitarbeiter vom Planungsamt der Stadt Oldenburg, sowie Vertreter der Ratsfraktionen der Stadt Oldenburg teil. Es war damals eine heftige Diskussion, da der Baudezernent der Stadt Oldenburg, Dr. Pantel, keine Hilfen für sehbehinderte und blinde Menschen bei der Neugestaltung zulassen wollte.

Während dieses Ortstermins sagte uns ein Mitarbeiter der Stadt, dass wir gar nicht lange zu kämpfen brauchen, die Entscheidung wäre schon längst gefallen. Es war also ein Alibitermin, damit der Baudezernent sagen konnte, wir haben die Behinderten befragt. Nach diesem Termin wurden der Arbeitskreis für Behindertenfragen und der Blindenverein zu einer Verkehrsausschuss-Sitzung geladen. Doch leider blieb es bei der Entscheidung, weil Dr. Pantel dem Rat versprach, Möglichkeiten zu finden, den sehbehinderten und blinden Menschen zu helfen. Das waren damals nur leere Versprechungen, um die Ratsmitglieder und uns zu beruhigen. Er wollte nach elektronischen Hilfen suchen. Wir wussten aber, dass es diese nicht gibt. Und sie gibt es bis heute noch nicht.

Der Baudezernent der Stadt Oldenburg, Dr. Pantel, begründete seine Ablehnung immer mit der architektonischen Gestaltung und damit der visuellen Wahrnehmung der sehenden Menschen. Sicher leben wir blinden und sehbehinderten Menschen in der Welt der sehenden Menschen. Für Integration hatte Dr. Pantel nie etwas übrig. Er ist stur und setzt nur seine eigenen Interessen durch.

Im Film ist zu sehen, wo ich zum Schlachter gehe, wie ich mich dort orientiere, weil dort Steine verwendet wurden, die von der Oberfläche sehr unterschiedlich sind. Dort kann man sich gut orientieren und es wäre auch eine Möglichkeit gewesen den Geschäften zu sagen, bis dort hin dürft ihr die Auslagen stellen und nicht weiter. So wäre dann für uns als blinde und sehbehinderte Menschen eine Orientierung sehr gut ohne Gefahren möglich gewesen.

Aber eben ein Mensch wie Dr. Pantel entscheidet was gut ist. Und damit müssen wir jetzt über 30-40 Jahre leben. Leider!!!


Eine Wanderung durch die Innenstadt von Oldenburg