Wulff verliert Glaubwürdigkeit (Streichung Blindengeld)

NWZ vom 14. Oktober 2004

Artikel NWZ 14. Okt. 2004

Leserforum
Wulff verliert Glaubwürdigkeit

NWZ-Berichte zur geplanten Streichung des Landesblindengeldes

Mit der beschlossenen Streichung des Landesblindengeldes beraubt die Landesregierung alle niedersächsischen Blinden der Möglichkeit, trotz der Behinderung, ein selbständiges Leben führen zu können. Das Blindengeld ist für die Blinden die einzige Möglichkeit, die notwendige Hilfe und Assistenz im täglichen Leben, z.B. bei der Haushaltsführung, beim Einkauf, beim Arztbesuch, bei Freizeitgestaltung u. a. sowie die sehr teuren notwendigen Hilfsmittel bezahlen zu können. Es darf dabei nicht übersehen werden, dass das Landesblindengeld in den letzten Jahren bereits um 30 Prozent gekürzt wurde.

Ruth Rosenbusch, Friesoythe
 

Herr Wulff wird wie folgt zitiert:

„Helfen wir anderen, damit sie sich selbst helfen können.“

Das soll Herr Wulff am 13. September beim „Abend der Begegnung“ der Diakonie Oldenburg gesagt haben. (…) Ich bin blind und erlebe gerade, dass die Landesregierung den Blinden in Niedersachsen das Landesblindengeld streichen will. (…) Dadurch verlieren die meisten Blinden ihre Unabhängigkeit und werden absichtlich in die Armut und damit in die Isolation gedrängt, damit sie dann als Bedürftige wieder Blindenhilfe beantragen können. Dieses von der CDU-geführten Regierung praktizierte Verfahren ist genau das Gegenteil von dem, was unser Ministerpräsident in der Öffentlichkeit verbreitete. Herr Wulff hat jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Als Blinder fühle ich mich von der Politik, insbesondere von Herrn Wulff, total gedemütigt.

 

Erhard Reil, Oldenburg