Nach Carré-Aktionstag: Spenden für Krebs-Kinder

Papenburger Zeitung vom 26.10.1997
Papenburger Zeitung
600 Mark Erlös aus Kuchenverkauf/Verein will Datenerfassung finanzieren

Nach Carré-Aktionstag: Spenden für Krebs-Kinder

Papenburg. 600 Mark Erlös aus dem Kuchenverkauf der Carré-Baguetterie beim Aktionstag im Papenburger Carré konnten Vertreterinnen des Vereins zur Hilfe leukämiekranker Kinder in dieser Woche entgegennehmen.

Am vergangenen Sonntag hatten die Carré-Service-Gesellschaft, die Gesellschaft für Dienstleistung im Gesundheitswesen (DiG) und das Sanitätshaus Sanimed im Carré einen Aktionstag+ „Mobilität im Verkehr“ veranstaltet. Der Tag wurde durch einen Vortrag des blinden und fast tauben Erhard Reil vom Fußgängerschutzverein Oldenburg eröffnet. Anschließend gab es zahlreiche Aktionen und Präsentationen. Gesunde konnten im „Erlebnistunnel“ das Erleben Sehbehinderter Menschen im Straßenverkehr testen, Behinderte konnten sich über unterschiedlichste Mobilitätshilfen informieren und diese vor Ort testen. Außerdem stellten sich verschiedene ambulante Pflege- Fahr- und Menüdienste sowie der Arbeitskreis Gebärdensprache und Gymnastikgruppen vor. Der „Verein zur Hilfe leukämiekranken Kinder“, der seit knapp einem Jahr besteht und derzeit 40 Mitglieder zählt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst viel Geld zu sammeln, um so die so genannte Typisierung großer Teile der Bevölkerung zu finanzieren.

Spende letzte Rettung

Die Notwendigkeit der Typisierung erklärt Ingrid Mammes vom Vorstand des Vereins: „Erkrankt ein Kind an Leukämie, besteht oft die einzige Rettungsmöglichkeit in einer Knochenmarktransplantation. Allerdings kommt nicht jeder als Spender in Frage – unter Tausenden von Spendern hat vielleicht ein einziger das identische Knochenmark“. Um im Ernstfall schnell den geeigneten Spender zu finden, sei eine Typisierung möglichst aller gesunden Menschen zwischen 18 und 55 Jahren erforderlich. Diese besteht aus einer Blutabnahme – die Daten der Blutprobe werden dann in der deutschen Knochenmarkspenderdatei in Tübingen verzeichnet und können mit den Daten hilfsbedürftiger Kinder schnell abgeglichen werden. Die Transplantation ist für den Spender nur ein kleiner und fast risikoloser Eingriff, der eine Stunde dauert. Schon nach zwei Wochen hat der Körper das Mark neu gebildet.

Typisieren lassen kann man sich bei jedem Arzt, die Untersuchung kostet allerdings

100 Mark, was viele potentielle Knochenmarkspender nicht aufwenden können. Hier möchte der Verein ansetzen.

Ziel: 100.000 Mark

Trotz des erst kurzen Bestehens hat der Verein auf dem Stadtfest in Oldenburg, bei der Abschiedsfeier für die „Mercury“ und durch ein Benefizkonzert jeweils rund 1.000 Mark eingenommen. Ende 1998 sollen es 100.000 Mark sei, um die groß angelegte Typisierungsaktion finanzieren zu können. Der Verein suche jederzeit weitere aktive Mitglieder, die die vielfältigen Aktionen organisieren. Die Stadt Papenburg hat bereits ihre Unterstützung, unter anderem durch kostenlose Kopien, angekündigt. Interessenten können sich bei Ingrid Mammes unter der Rufnummer 04961/916542 oder bei

Margitta Mammes unter der Nummer 04961/5804 melden.

Die Vereinsmitglieder sowie Anke Kuhnke bedankten sich bei Helmut und Mathilde Körte, die für den Kuchenverkauf eine Carré-Wohnung zur Verfügung stellten, sowie bei allen ehrenamtlichen Helfern und Spendern.