Wie finden sich Blinde im Straßenverkehr zurecht?

Vechta vom 14.03.2001Vechta

Wie finden sich Blinde im Straßenverkehr zurecht?

Ausstellung „Mobilitätsbehinderte im Straßenverkehr“ vom 28. bis 30. März in der Vechtaer Hauptschule

Vechta. „Mobilitätsbehinderte im Straßenverkehr“ heißt das Thema einer Wanderausstellung, die auf Initiative der Landesverkehrswacht Niedersachsen derzeit in verschiedenen Orten Niedersachsens gezeigt wird. Ziel der Kampagne ist es, die Unfallzahlen landesweit um zehn Prozent zu senken. Zu sehen ist die Ausstellung von Mittwoch (28. März) bis Freitag

(30. März) auch in Vechta in der Hauptschule mit Orientierungsstufe an der Driverstraße.

In den Bildern und Texten werden alltägliche Straßensituationen dargestellt, die zum Beispiel Blinde oder Gehbehinderte besonders gefährden. In einem acht Meter langen „Erfahrungstunnel“ können Interessierte erleben, wie es ist, sich zum Beispiel als „Erblindeter“ im Straßenverkehr zurechtzufinden.

Mitinitiator er Wanderausstellung ist Erhard Reil aus Oldenburg. Zwischen seinem 13. und 18. Lebensjahr war er erblindet. Als er sich 1991 an einem auf dem Fußweg abgestellten Lastwagen schwer verletzte, schob er nicht länger Frust, sondern wurde aktiv. Seitdem informiert er auf verschiedenste Weise über die Notwendigkeiten, die auch blinden Fußgängern eine selbstbestimmte Teilnahme am Straßenverkehr ermöglichen.

Immerhin 30 Prozent der Bevölkerung sind in ihrer Mobilität eingeschränkt: stark Körperbehinderte, Blinde und Gehörlose, aber auch Analphabeten sowie geistig und psychisch Behinderte. Aber auch ältere Menschen und Kleinkinder haben oftmals gleichartige Probleme wie Mobilitätsbehinderte.

All diesen Personengruppen gibt die Wanderausstellung wichtige Informationen, Erfahrungen und Tipps, um ihnen die Teilnahme am Straßenverkehr zu erleichtern.