Mein Weg in die Verkehrswacht Stadt Oldenburg e. V.

1991 hatte ich so große Probleme, meine Wege in der Stadt alleine zu bewältigen. In der Kurwickstr. standen Autos, LKW und noch vieles mehr auf dem Gehweg. An einem Tag geriet ich unter einen LKW auf dem Gehweg und holte mir eine heftige Platzwunde. Da beschloss ich, mich gegen die Verkehrsverhältnisse in der Stadt Oldenburg zu wehren.

Ich schrieb die Stadt Oldenburg und auch die Polizei an. Doch leider fand ich kein Gehör. Der Schriftwechsel von damals liegt noch vor. Ich wandte mich an die Nordwest Zeitung und diese veröffentlichten dann einen Bericht, auch über den Schriftwechsel mit der Stadt.

Das alles reichte mir aber nicht und ich kam durch einen Hinweis auf die Verkehrswacht der Stadt Oldenburg.

Ich rief bei dem damaligen Geschäftsführer der Verkehrswacht Stadt Oldenburg e. V. an. Da ich sehr ärgerlich war, dass die Verkehrswacht Stadt Oldenburg e. V. nichts für oder gegen die Verkehrssituation tat, schilderte ich erregt die Probleme und der Geschäftsführer hörte sich alles sehr, sehr geduldig an. Als ich dann mit meinem Protest fertig war, sagte der Geschäftsführer zu mir: „Herr Reil, wir wollen Ihnen wohl gerne helfen und den mobilitätsbehinderten Menschen insgesamt. Aber!!!! Sie müssen uns erst einmal sachlich informieren und aufklären, wo die Probleme mobilitätseingeschränkter Menschen sind, dann können wir auch helfen. Und da habe ich gleich eine Bitte an sie. Die Landesverkehrswacht Niedersachsen richtet im Augenblick einen Arbeitskreis „Mobilitätsbehinderte Menschen im Straßenverkehr“ ein. Ich bitte sie dort mitzuarbeiten.“ Ich versprach meine Mitarbeit und es kam zu einem ersten Arbeitskreis / Arbeitswochenende in Bad Zwischenahn.

So, wie ich dem Geschäftsführer der Verkehrswacht Stadt Oldenburg e. V. meinen Protest vorgetragen habe, hätte ich an seiner Stelle eine Hilfe versagt. Ich war damals sehr fordernd, weil es für mich alles eine verzweifelte Situation war. Und, weil ich bei der Stadt Oldenburg und Polizei kein Gehör fand.

In diesem Arbeitskreis waren zunächst etwa 14 Personen von verschiedenen Verkehrswachten aus Niedersachsen. Geschäftsführer und Leiter des Arbeitskreises. Es nahm auch eine aktive Rollstuhlfahrerin aus Cloppenburg teil. Dieses Wochenende war ziemlich frustrierend, weil Referenten nicht kamen. Ich bemerkte dann, dass ich Dias über Situationen mit Gefahren im Straßenverkehr dabei habe, und so wurde ich überredet, doch einen Vortrag zu halten. Darauf war ich gar nicht vorbereitet und es waren hauptsächlich Dias mit Ordnungswidrigkeiten wie Fahrräder auf dem Gehweg usw. Es wurde diskutiert und das Wochenende war vorbei.
 

Bei den nächsten Treffen des Arbeitskreises wurde ich nicht eingeladen. Nun, dem Geschäftsführer und dem Leiter des Arbeitskreises war ich zu unbequem und auch meine Forderungen waren ihnen nicht recht. Ich kämpfte aber trotzdem darum, dass ich an diesem Arbeitskreis teilnehmen konnte. Der Geschäftsführer der Verkehrswacht Stadt Oldenburg e. v. setzte sich auch für mich ein, doch ohne Erfolg. Der Arbeitskreis fiel dann auseinander und eine Mitarbeit war nicht mehr möglich. Der damalige Geschäftsführer der Landesverkehrswacht Niedersachsen e. V. verließ dann auch noch die Landesverkehrswacht. Die neue Geschäftsführerin musste sich erst einarbeiten und ich bohrte dann ständig, den Arbeitskreis wieder aufleben zu lassen, aber leider klappte es nicht. Was die Gründe waren, ist mir nicht bekannt.

Plötzlich erhielt ich einen Anruf von dem Verkehrswachtmitglied, Herrn Gert Machens, von der Verkehrswacht Westerstede. Er bat mich, einen Vortrag über mobilitätsbehinderte Menschen im Straßenverkehr zu halten. Ich hatte in der Zwischenzeit auch viele Dias gemacht, doch ich lehnte ab. Herr Machens ist aber ein Mensch, der nicht locker lässt, so wie ich. Er überzeugte mich, den Vortrag vor Berufskraftfahrern zu halten. Dieser öffentliche Diavortrag war der Beginn vieler Vorträge in Niedersachsen und darüber hinaus. Ich war zu einem bundesweiten Fußgängerkongress und zu einer Veranstaltung in Halle, sowie von der Uni Kassel eingeladen. Unser Weg führte auch in die Polizeischule nach Neuss wo wir ein Seminar mit begleitet haben. Wir ließen damals die Verkehrssicherheitsbeamten unter Augenbinde und mit dem Blindenlangstock im Verkehr laufen. Das war spannend und es gibt darüber auch eine Videoszene, doch leider weiß ich nicht wo ich die Persönlichkeitsrechte aufheben lassen kann.

Bei den ersten Vorträgen war die Presse immer dabei oder Herr Machens schrieb eine Pressemitteilung. Jeder Zeitungsbericht wurde dann anschließend zur Landesverkehrswacht Niedersachsen e. V. geschickt. Herr Machens und ich wollten, dass die Landesverkehrswacht Niedersachsen e. V. das Thema „Mobilitätsbehinderte im Straßenverkehr“ wieder aufgreifen sollte und auch meine Arbeit unterstützen sollte. Die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht konnte dadurch überzeugt werden, sich des Themas „Mobilitätsbehinderter Menschen im Straßenverkehr“ anzunehmen. Sie grub Protokolle aus und unterstützte mein Anliegen zur Verbesserung der Verkehrssituation von mobilitätsbehinderten Menschen. Sie griff meine und unsere Ideen auf. So auch unsere Idee, eine Bilderausstellung zu inszenieren. Sie lies sich Fotos von mir kommen und kümmerte sich um Sponsoren und Menschen, die so etwas professionell erstellen können. Ich war damals sehr ungeduldig und sie musste mich ab und zu bremsen. War auch gut so. Was lange dauert wird ja auch gut. So wurde dann die Bilderausstellung mit dem Raiffeisenverband und Lionsclub Oldenburg erstellt und in einer Benefizveranstaltung, am 21. Mai 1997, und einer Auftaktveranstaltung, am 25. Mai 1997, auf dem Waffenplatz in Oldenburg gestartet. Siehe Zeitungsberichte.

Die Landesverkehrswacht Niedersachsen hatte öfters Arbeit für mich. Musste zu verschiedenen Verkehrswachten und meinen Diavortrag halten.

Nun noch zur Verkehrswacht Stadt Oldenburg e. V. Der damalige Geschäftsführer hat meine Bemühungen immer unterstützt, wenn es auch manchmal schwierig war, weil meine Forderungen manchmal vielleicht überzogen waren. Ich habe sehr viel Unterstützung erhalten, so dass ich heute auf Erfolge zurückblicken kann und darf. Z. B die Blindenleitstreifen am ZOB und am Bahnhof-Süd. Auch, dass wir heute nach dem Umbau des Lappan überall unsere Blindenleitstreifen haben. Für diese Blindenleitsteifen habe ich gekämpft und mich auch bei den Verantwortlichen der Stadt Oldenburg unbeliebt gemacht, aber dafür können wir uns sicherer im Straßenverkehr orientieren. Dass wir heute an allen Bushaltestellen unsere Blindenleitsteifen haben, ist schon sehr, sehr schön. Es wurde aber auch so viel erreicht, dass sich das Bewusstsein der Planer verändert hat. Einen Dank auch an den ehemaligen Geschäftsführer der Verkehrswacht Stadt Oldenburg e. V.. Der Geschäftsführer und ich haben einige Verkehrssicherheitstage veranstaltet, wo ich dann auch Vorträge in Schulen gehalten habe. Die größte Aktion war eine Verkehrssicherheitswoche im September 1999 bei der Polizei am Friedhofsweg. Dort habe ich fast dreißig Schulklassen mit meinem Vortrag versorgt.

An dieser Stelle möchte ich dem ehemaligen Geschäftsführer meinen aufrichtigen Dank für seine Unterstützung sagen, denn die Bediensteten der Stadt Oldenburg waren mir nicht so gut gesonnen.

Ich bin noch Mitglied der Verkehrswacht und werde es auch bleiben. Doch meine Mitarbeit wird nur noch sein, wenn es meine Gesundheit zulässt.

Zum Schluss möchte ich allen danken, die mein Anliegen für eine bessere Verkehrssituation unterstützt haben. Bei der Verkehrswacht Stadt Oldenburg e. v. und Landesverkehrswacht so wie von Fuss e. v. Oldenburg. Bei der Verkehrswacht Stadt Oldenburg e. V. gab es auch Menschen, die mich ohne Gespräche unterstützt haben, z. b. Herr Schatke und Herr Malten. Wenn sie auch erst über mich sehr ärgerlich waren.

Mein ganz besonderer Dank gilt bei der Verkehrswacht dem Geschäftsführer der Verkehrswacht Stadt Oldenburg e. v. und der Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht Niedersachsen e. v. Sie haben für mich alles getan, was ihnen möglich war.
 

Mein Dank gilt aber auch meinem Freund Uwe Leinigen und Beate Naderi sowie Wim, die immer mit gekämpft haben. Beate hat mich mehrfach auch zum Schulunterricht eingeladen und hat das Thema „Mobilitätsbehinderte im Straßenverkehr“ im Verkehrsunterricht behandelt.

Mein aufrichtiger Dank gilt meinem Freund Herrn Gert Machens, der mich gefördert und begleitet hat. Bei allen Vorträgen, die ich gehalten habe, hat er mich begleitet und gefahren. Und natürlich auch beraten und in jeder Weise Hilfestellung gegeben. Er hat sich für mich wirklich aufgeopfert und ich hoffe, dass er noch lange sein Leben genießen kann und darf. Ich habe vor Herrn Machens große Achtung und Respekt und werde auch immer den Kontakt zu ihm halten.

Gez: E. R.