Die Welt durch die Brille der Behinderten sehen

Anzeiger für Harlingerland vom 20.04.2000
Wittmund
Die Welt durch die Brille der Behinderten sehen

Zwei Tage lang Ausstellung: Mobilitätsbehinderte im Straßenverkehr

Wittmund. Die 200 Plakate sind druckfrisch und sollen in den nächsten Tagen überall im Landkreis das Interesse an einer Ausstellung der besonderen Art wecken: „Mobilitätsbehinderte im Straßenverkehr“, so lautet der Titel der Wanderausstellung der Landesverkehrswacht, die am 4. und 5. Mai in der Wittmunder Stadthalle zu sehen sein wird.

Treibende Kräfte in Wittmund sind der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Helmut Gössling und Fritz Bröske, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Wittmund. Sie haben im Vorfeld die Fäden gezogen und die Organisation übernommen. Dazu gehörte auch ein Malwettbewerb an der OS mit dem Thema: Behinderte im Straßenverkehr. Das Bild von Henning Herget und Frank Thomßen ziert nun das Werbeplakat, die anderen Kunstwerke sollen auf der Ausstellung gezeigt werden.

Das Ziel der Präsentation ist fest umrissen: Nichtbehinderten sollen die Augen für die Probleme der Behinderten geöffnet werden. „Wenn ich im Rollstuhl sitze, bin ich in Augenhöhe eines zehnjährigen Kindes“, veranschaulicht Gössling, um was es geht. Die Nichtbehinderten sollen an den beiden Ausstellungstagen einmal durch die Brille der Behinderten schauen, um für die Problematik sensibilisiert zu werden.

Ein Erlebnistunnel gehört ebenso um Programm wie ein Rollstuhl- und Dreiradparcours, Referate und eine Podiumsdiskussion. Schon im Vorfeld haben Bröske und Gössling die Werbetrommel gerührt. „Dabei hat sich gezeigt, dass vor allem bei Schulklassen großes Interesse besteht“, erklärte Bröske, der allerdings auch hofft, dass viele Einzelbesucher und auch Gruppen den Weg in die Stadthalle finden werden.

Für einen kostenlosen Bustransfer sorgen übrigens die Organisatoren. „Anruf genügt“, betonte Bröske, der bei der Wittmunder Polizeiinspektion unter der Nummer 04462/911124 erreichbar ist.